Gesund schlafen – so wichtig ist die Tiefschlafphase

Schlafen klingt nach einer der einfachsten Angelegenheit überhaupt. Man ist müde, legt sich ins Bett und wacht am nächsten Morgen gut erholt auf. Und weil das so einfach klingt, setzt sich kaum jemand mit den komplexen Abläufen auseinander, die in unserem Körper sowie in unserem Gehirn während der Nacht stattfinden. Während wir schlafen, sinken wir in unterschiedliche Schlafphasen, die mal mehr oder weniger tief sind. Insgesamt sind es 5 Phasen, die zusammen einen Schlafzyklus bilden. Ein solcher Schlafzyklus wiederholt sich pro Nacht zwischen 4 und 6 Mal. Gesund schlafen ist nur dann möglich, wenn wir allnächtlich zwischen Einschlafen und Aufwachen neben den REM- und Leichtschlafphase die Tiefschlafphase erreichen, welche für die benötigte Regeneration von Körper und Geist elementar ist.

Was passiert während dem Schlafen?

Nachdem wir uns zu Bett gelegt haben, kommt der Körper zur Ruhe und drosselt wichtige Körperfunktionen wie Atmung und Puls, so dass Blutdruck und Körpertemperatur abfallen. Wir schlafen ein und gelangen erstmals in eine Leichtschlafphase, um dann innerhalb des Schlafzyklusses in die erste und später in die zweite Tiefschlafphase zu gelangen. Dazwischen liegt die REM Schlafphase, in der wir intensiv träumen und in der sich die Augen schnell und häufig bewegen. Das Spannende an der REM Schlafphase: Eine körpereigene Schutzfunktion sorgt dafür, dass wir in der REM Phase fast vollständig körperlich gelähmt sind. So ist sichergestellt, dass wir uns beim Träumen keine Verletzungen zuziehen.

Ein Schlafzyklus dauert ungefähr 90 Minuten und wiederholt sich mehrmals pro Nacht. Wird die Aufwachphase eingeleitet, schüttet der Körper verstärkt Cortisol aus. Dieses Stresshormon regt unsere Körperfunktionen an und sorgt auf diese Weise dafür, dass wir am Morgen gut erholt aufstehen und fit in den neuen Tag starten.

Doch nicht nur in der Aufwachphase schüttet der Körper Hormone aus, die unsere Körperfunktionen steuern. Auch die Gehirnfunktionen verändern sich. So wird in der Tiefschlafphase die Hirnstromfrequenz auf 2 bis 0,5 Hertz abgesenkt, wodurch die Tiefenentspannung ermöglicht wird. Körper und Geist finden in der Tiefschlafphase maximale Entspannung, die Leistungsfähigkeit wird wieder hergestellt und das Immunsystem kann sich optimal regenerieren.

 

Was passiert bei Schlafstörungen?

Viele Gründe kommen in Betracht, warum der erholsame Nachtschlaf gestört wird, so dass gesundes Schlafen nicht mehr funktioniert. Befinden wir uns in der Tiefschlafphase, so ist unter normalen Umständen kaum möglich, uns zu wecken. Auch das Gehirn ist während dem Tiefschlaf auf maximale Tiefenentspannung eingestellt ist, so dass Störfaktoren kaum wahrgenommen werden können und es zu keinen gravierenden Reaktionen kommt.

Kommt es jedoch zu “erfolgreichen” Störung des Schlafs, ist ein Erwachen aus der Tiefschlafphase möglich. Dann kommt es zu fatalen Reaktionen:

  • Neu erlerntes Wissen wird nicht mehr richtig gespeichert.
  • Die Erholung wird drastisch gemindert.
  • Die reguläre Hormonausschüttung wird gestört.
  • Die Regeneration der Körperzellen wird reduziert.

Solange es sich bei der Störung des Schlafs lediglich um eine Nacht handelt, fühlen wir uns am nächsten Tag wie gerädert. Allerdings können wir uns in der darauffolgenden Nacht problemlos erholen und wachen am Tag darauf ausgeschlafen und munter auf. Halten Schlafstörungen jedoch über einen längeren Zeitraum an, schränkt die Müdigkeit zunächst die Leistungsfähigkeit ein und später treten krankheitsähnliche Symptome und eventuell sogar ernsthafte Erkrankungen auf. Langfristig kann gestörter Schlaf krank machen, weil sich aufgrund mangelnder Erholung die biochemischen Prozesse im Organismus verändern.

Woran erkennt man Schlafstörungen und wie kann man wieder gesund schlafen?

Wie bereits erwähnt: Bei einer schlechten Nacht spricht man noch nicht von einer Schlafstörung. Ist man jedoch über mehrere Tage hinweg morgens nicht erholt und ausgeschlafen, scheint ein Grund für den wenig erholsamen Schlaf vorzuliegen. Dann empfiehlt sich Ursachenforschung.

  • Gibt es eine akute seelische Belastung?
  • Ist das Bett unbequem oder fühlt sich die Bettwäsche nicht gut an?
  • Stören nachts Faktoren wie Licht, laute Geräusche, Straßenlärm?
  • Hindern gesundheitliche Einschränkungen wie Schmerzen das Einschlafen?
  • Bringt Schichtarbeit den natürlichen Biorhythmus aus dem Takt?
  • Werden Medikamente eingenommen, welche die Schlafqualität negativ beeinträchtigen?

Können solche Ursachen für die Schlafstörung ausgemacht werden, sollten diese nach Möglichkeiten zügig abgeschaltet werden. Falls alleine keine offensichtlichen Gründe für die Schlafproblematik ausgemacht werden können, kann ein Psychotherapeut zu Rate gezogen werden. Unbedingt sollte auch eine gründliche medizinische Untersuchung stattfinden, um körperliche Ursachen als Auslöser für die Schlafstörung auszuschließen. Schlafstörungen sollten keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden, da sie ernsthafte Erkrankungen als Folge verursachen können.